Ironman Schweden Kalmar 2016

Ironman Schweden Kalmar 2016

von Christian Pötzsch • Kategorien: Wettkämpfe

Gut drei Wochen ist es her, dass ich mich auf den Weg nach Schweden gemacht habe. Über zwei Etappen ging es mit dem T3 Bus bis zur Fähre nach Travemünde und über Nacht direkt nach Malmö in Schweden. Durch die lange Pause auf der Fähre konnte ich das letzte Stück bis Kalmar direkt nach Ankunft durchfahren und die rund 1500km lange Anreise war am Freitagabend geschafft.

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Am ersten Wochenende in Kalmar fand ein grosses Stadt- und Sommerfest statt. Im Rahmenprogramm gab es am Samstag ein Schwimmen durch den Kanal und damit quer durch die Altstadt bis hin zum Burggraben des Schloss Kalmar. Ein perfekter Anlass um nochmal eine intensives Training zu schwimmen.

Schon beim Kanalschwimmen waren unheimlich viele Zuschauer an der Strecke und haben uns Schwimmer förmlich durch das Wasser getrieben. Was ich dem Stadtfest zugeschrieben habe, sollte ich in den Ferien noch einmal erleben. Nach 28 Minuten und 7 Sekunden habe ich am Ziel Anschlagen können und war mit meiner Schwimmzeit mehr als zufrieden.

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Die Woche bis zum Ironman habe ich recht gemütlich verbracht. Ein paar letzte Trainingseinheiten in der Sonne und auf Teilen der Wettkampfstrecke und auch ein paar Ausflügen zu Sehenswürdigkeiten in der Umgebung liessen genug Zeit zur Erholung und Regenration.

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Ab Mittwoch ging es dann langsam an das Vorbereiten für den Wettkampf. Die Organisation rund um die Startnummernausgabe und auch beim Checkin am Freitag war grandios. Alles lief absolut reibungslos ab und der Stresslevel blieb entsprechend niedrig. Somit konnte ich mich Freitag Abend recht entspannt schlafen legen. Entgegen meiner Erwartung habe ich tatsächlich ruhig geschlafen und bin kurz vor dem Wecker wach geworden.

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Ironman Kalmar 2016 Start

Nach meinem vorbereiteten Frühstück ging es ein letztes mal in die Wechselzone um das Bike zu checken und dann direkt zum Start im Hafen Kalmar.

Nervös aber zuversichtlich eine schönes Rennen zu haben, hat mich auch die Ansage des Speakers nicht geschockt, dass nach dem letzten Gewitter die Ostsee nur noch 16,4 Grad hat. Ich war eher nochmals erstaunt, dass ich tatsächlich gut geschlafen hatte.

7 Uhr Start und los ging es zu meinem ersten OpenWater schwimmen über 3,8 km. Die Ostsee war mit Nebel überdeckt und man hatte ca. 200m Sichtweite.

Da ich diese Saison schon bei 14,9 Grad und 16 Grad längere Schwimmstrecken im Wettkampf absolviert hatte, kam ich erstaunlich gut mit der Wassertemperatur zurecht. Ebenfalls das Orientieren zwischen den Athleten hat, auch dank des Rollingstart, sehr gut funktioniert und so habe ich meinen Rhythmus vom Kanalschwimmen wieder angeschlagen und kam gefühlt sehr gut voran.

Während des ersten Kilometer war ich von den vielen Boten die mit Zuschauern beladen an der Strecke standen extrem beeindruckt und es hat richtig Spass gemacht die Strecke zu schwimmen.

Ich hatte ein sehr gutes Gefühl im Wasser und immer noch eine kleine Temporeserve als ich durch den Nebel vor mir das Ufer sah. Der erste Wendepunkt und damit  ca. ein drittel der Strecke war geschafft.

Auf dem Rückweg Richtung Hafen hat langsam die Sonne etwas durch den Nebel gedrückt und die Sicht wurde etwas besser. Zurück am Hafen ist es zwischen den Boten und der Hafenmauer etwas eng geworden und der Athletenstrom hat mich in Richtung der Hafenmauer gedrückt. Für mich der Zeitpunkt um meine Reserve zu zünden und mit einer guten Übersicht wieder in eine Lücke auf der offenen Seite zu schwimmen. Zurück im Rhythmus ging es auf die letzten Meter der Strecke welche eine Woche zuvor die ersten Meter vom Kanalschwimmen waren.

Nach einer Stunde und knapp 4 Minuten bin ich aus dem Wasser gestiegen und das Schwimmen war erledigt. Erfreut über meine Zeit die 6 Minuten unter meiner Zielzeit lag ging es zum Kleiderwechsel und aufs Rad.

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Immer noch hatte der Nebel Kalmar fest im Griff und ich entschied mich zusätzlich ein Trikot über zu ziehen. Auf der Brücke nach Öland wurde der Nebel wieder dicker und es war kaum mehr als 100m Sicht. Trotzdem ging es mit ordentlich Tempo Richtung Insel.

Öland – Unvergessliche 100km um das Stora Alvaret

Die ca. 100km lange Schleife auf Öland empfand ich als sehr kurzweilig und Öland war landschaftlich extrem eindrücklich. Auch die unerwartet vielen Zuschauer an der Strecke machten die Runde zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Von Jung bis Alt stand scheinbar jeder am Strassenrand. Da wurde der Musikkeller und dass Schlagzeug am Streckenrand aufgebaut und das Frühstück gab es fernab der eigenen Terrasse stillvoll mit Tischdecke und Sitzkissen 50 cm neben der Radstrecke.

Alles was krach machte würde bereit gestellt und sei es die Gehilfe auf dem guten alten Suppentopf.

Eine absolut grandiose Stimmung die ich so oder so ähnlich nur bei der nordischen Ski-WM am Holmenkollen erlebt habe.

Zurück in Kalmar eine kurze Schleife durch den Zuschauer-Kessel um die zweite kürzere Schleife über das Festland zu fahren. Diese zeigte sich von ihrer besten Seite und neben abermals unzähligen Zuschauern kamen noch ein paar fiese Windkaten und zwei, drei Hügel dazu.

Nach etwa 150 Km hatte ich ein kleines Tief und habe etwas das Tempo raus genommen um für den anstehende Lauf möglichst gut da zu stehen. Bis zum Wechsel vom Rad zum Lauf habe ich dann leider nicht nochmal einen besseren Rhythmus gefunden und bin etwa 5 Minuten über meiner Zielzeit in die Wechselzone eingefahren.

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Mein erster Marathon

Für meinen ersten Marathon hatte ich mich entschieden in Laufkleidung zu starten. Nach dem Rad also raus aus dem Einteiler und rein in die Laufsachen.

Noch schnell einem Lokal die Startnummer, die mit Sicherheitsnadeln hinten am Trikot befestigt war, gelöst damit er sie vorn anbringen kann und los ging es.

Die ersten drei Kilometer durch die Menschenmassen in Kalmar gingen zu meiner Freude extrem gut und ich musste mich nach dem ersten Kilometer in unter 5min bremsen.

Die weiteren 10 Kilometer habe ich dann in meiner geplanten Pace gut laufen können bis ich gegen Ende der ersten Runde meinen Rhythmus etwas verloren hatte. Nach passieren der Wechselzone ging es an der Eigenverpflegung vorbei und ich nahm mir nochmal eins meiner Gel. Weiter durch Kalmar und vorbei am Zieleinlauf wurde man von den Zuschauern förmlich getragen.

Nach KM 16 ereilte mich dann eine „Krise“. Der Rhythmus war weg und es begannen ein paar Gedankenspiele, noch nicht einmal die Hälfte der Strecke, sind das Krämpfe die sich ankündigen, hab ich genug gegessen usw. Nach einigem hin und her, habe ich mich entschlossen, von meiner Zielzeit los zu lassen und einfach den Wettkampf und die Atmosphäre zu geniessen. Mit diesem Fokus ging es, wenn auch etwas langsamer, Richtung Ziel.

Chips und saure Gurken

Nach etwas mehr als dem Halbmarathon konnte ich Gels und Riegel nicht mehr sehen und habe nach einer Alternative suchen müssen. Chips gemischt mit sauren Gurken, zuerst selber sehr skeptisch, war es eine willkommene Abwechslung und die Mischung zusätzlich zu irgendwelchen Keksen hat mir bis ins Ziel noch etwas Energie gegeben.

Ich hab es unterdessen zuhause einmal ausprobiert, es geht wirklich nur im Wettkampf :D.

Ein letztes mal durch die Innenstadt und über die Holzbrücke in Richtung Ziel. Die Zuschauer haben von der ersten bis zur letzten Minute ununterbrochen alles gegeben um die Athleten anzufeuern und haben so auch die letzten 500m besonders gemacht.

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Nach 11 Stunden und 8 Minuten habe ich den roten Teppich gesehen und mich einfach nur gefreut! Keine Krämpfe, keine Schmerzen sicher müde aber extrem glücklich.

 

Das war mein erster Ironman und ich bin glücklich über das Erlebnis und die Erfahrung die mir dieser Wettkampf gebracht hat.

Sportliche Grüsse

Christian

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