Salzkammergut Trophy 2017

Salzkammergut Trophy 2017

von Christian Pötzsch • Kategorien: Wettkämpfe

Klappe die fünfte!

Heute vor vier Wochen stand ich zum fünften Mal am Start der grossen Runde bei der Salzkammergut Trophy in Bad Goisern.

Nachdem ich 2012 und 2013 formbedingt das Rennen aufgeben musste hatte ich bis dato 2014 meinen grössten Erfolg feiern können. 2014 bin ich trotz Regen auf den ersten gut 100 Km nach 14:11 Stunden ins Ziel gekommen und war mächtig Stolz die Runde gepackt zu haben. 2015 stand ich nach einer super Vorbereitung ein weiteres Mal am Start. Leider hatte ich aber Pech, dass mir ein Stein den Reifen aufgeschnitten hat und ich nach langem hin und her zwar das Rad wieder fahrbereit bekam aber meine angestrebte Zeit bzw. den Time-Out nicht mehr erreicht habe. Nach diesem Rennen habe ich ein Jahr Pause gemacht um 2017 wieder voll motiviert am Start zu stehen.

Soweit so gut, die Vorbereitung in diesem Jahr liefen weitgehend wie geplant. Ich musste zwar beruflich bedingt ein paar Abstriche machen aber alles in Allem ging es auf und die Form entwickelte sich.

Etwas ungeplant bzw. durch Losglück kam ein Start beim Swissman 2017 dazu und ich hatte von diesem nur 3 Wochen Zeit mich zu erholen. Entsprechend konnte ich vor meinem fünften Start bei der Trophy schwer einschätzen wie es um meine Form steht.

Aber egal wie, die Erlebnisse beim Swissman waren es wert das Risiko einzugehen.

Ich hatte mir für die Trophy 2017 das Ziel gesetzt, die Runde unter 13h Stunden zu fahren und mir einen entsprechenden Zeitplan ausgearbeitet.

Nach fünf Versuchen liefen die Vorbereitungen und die Anreise bis zum Start am Samstag morgen 5 Uhr sehr entspannt. So langsam weiss man, wo es noch einen Parkplatz gibt und welche Schleichwege einen schnell von A nach B bringen.

Etwas unentspannter war die Wettersituation! Nach einigen heftigen Schauern an den Vortagen begann es sich in der Nacht einzuregnen und das Rennen ging am morgen um 5 Uhr im Regen los. Ich entschied mich komplett mit Regensachen zu starten und diese, falls es aufhören sollte, bei der ersten Verpflegung abzugeben. 

Nach dem Start ging es zügig die ersten 1000hm in die Berge und der sonst sehr eindrückliche Sonnenaufgang blieb im Verborgenen. Das Wetter und die Wolkendecke änderte sich nicht ein bisschen und es regnete fleissig weiter. Mittlerweile war die Regenmenge auch ausreichend um den sehr trockenen Boden dann doch ordentlich aufzuweichen. Folglich waren die Abfahrten wie immer ein erstes Highlight was die Strecke und Fahrtechnik angeht. Was mir Spass machte, wurde schon jetzt einigen zum Verhängnis.

Nach gut 50km lag ich etwas hinter meinem Zeitplan. Ich versuchte mich von Beginn an gut zu verpflegen um das Tempo halten zu können und in der Nähe meiner Zielzeit zu bleiben. Im Jahr 2014 hatte ich vor allem auf der zweiten Hälfte des Rennens Zeit verloren und wollte das in diesem Jahr vermeiden.

Eher unangenehm entwickelten sich die Temperaturen und der Wind. Ich hatte in den Höhenlagen recht zu kämpfen, dass mir nicht kalt wurde. Später sah ich in meinen Aufzeichnungen warum, die Temperaturen bewegten sich zwischen 3 und 5 Grad bei zornigem Wind. Das kostet viel zusätzliche Energie und schlug sich unbemerkt auch auf das Tempo nieder.

Nach der ersten Schleife von 106 km hatte ich einen Rückstand von 15min auf meine Zeiten von 2014 und cancelte meinen Zeitplan. Ab jetzt hiess es für mich das Rennen so gut wie möglich weiter zu fahren. In der Supporter Zone dachte ich nicht im Ansatz darüber nach meine Regenbekleidung abzugeben und nach einem zweites Frühstück ging es weiter.

Zurück in der Höhe das gleiche Spiel wie zwei Stunden zuvor, Eisiger Wind, Regen und Anspruchsvolle Abfahrten.

Nach 120 Km und 9  Stunden Fahrzeit war der technisch anspruchsvollste Teil der Strecke erledigt und es ging eine Runde um den See. In der Ebene nochmal kurz nachgerechnet lag ich weiterhin 15min hinter meiner 2014 Zeit und ich konnte endgültig meinen Zeitplan streichen. Die 13h Stunden lagen nicht mehr drin.

Auf der Fahrt um den See habe ich etwas das Tempo reduziert um mich noch einmal gut zu verpflegen. Leider war ich alleine und musste die Runde um den See komplett im Wind fahren. Dafür konnte ich auf der anderen Seeseite endlich meine restlichen Regensachen ablegen da es doch noch trocken wurde.

Auf den Salzberg hinauf habe ich ein paar weitere Minuten verloren und was einem manchmal hilft, die Streckenkentniss, wurde für mich etwas zur Belastung. Ich hatte noch in guter Erinnerung aus dem Jahr 2014 wie ich mich nach dem Salzberg auf dem letzten Anstieg hinauf auf die Rossalm hochgequält habe. Damals musste ich oft ein paar Meter gehen und bin den Berg hochgekrochen. Da ich schon einen Zeitrückstand hatte und mich auch nicht super frisch gefühlt habe, hatte ich leichte Zweifel was auf den letzten Kilometer passieren wird. Immerhin standen nach gut 5500hm in den Beinen noch ca. 1500hm an.

Zu meiner Überraschung lief es gar nicht so übel und ich konnte ein gutes Tempo auf dem letzten langen Anstieg halten. Ausserdem konnte ich  in diesem Jahr auch etwas von der Landschaft geniessen. Oben auf der Rossalm fegte nochmal ein eisiger Wind bevor es in die Abfahrt in das letzte Tal ging. Ab hier war wie auch 2014 klar, dass Ziel ist erreicht. Auch wenn noch 25km und 500hm zwischen uns lagen.

Durch das letzte Tal und auf den den letzten Kilometern habe ich im Vergleich zum Finish 2014 nochmal ein paar Minuten gut machen können und habe nach 14:34h, glücklich darüber zu finishen, das Ziel erreicht.

In den folgenden Tagen kam ein wenig Enttäuschung darüber auf, dass ich meine Zielzeit doch deutlich verfehlt habe und ich begann zu überlegen woran es lag.

Zu Beginn lag ganz klar auf der Hand, die Temperaturen und das Wetter hatten ihren Einfluss. Eventuell hatte ich wieder etwas zu wenig gegessen. Es waren noch ein paar Höhenmeter mehr als 2014 und ich hatte, klar!, auch schon den Swissman in den Beinen. Doch die Unzufriedenheit blieb.

Mit genug Abstand habe ich viel aus diesen zwei Wettkämpfen innerhalb von drei Wochen gelernt. A habe ich, zu dem, dass ich es theoretisch weiss das schon ein Wettkampf viel Erholung braucht, gelernt wie es sich real anfühlt, wenn man völlig ausgebrannt ist. Körperlich wie auch mental.

Die ersten 2 Wochen nach dem Wettkampf habe ich so gut wie nichts trainiert. Ich hatte weder Lust noch fühlte ich mich selbst bei regenerativen Trainingseinheiten wohl. 

Weiter habe ich gelernt, dass eine Wettkampfbelastung von insgesamt mehr als 30 Stunden an 2 Tagen innerhalb von 3 Wochen auch mental viele Körner kostet und man sich auch hier Erholung gönnen muss.

Deswegen hat es dieses Jahr auch etwas länger gedauert bis ich meinen Bericht geschrieben habe.

Es braucht Zeit um sich überhaupt bewusst zu werden, was man da gerade geleistet hat. Insgesamt waren es 3,8km Schwimmen, zur Orientierung ein Sturmlicht am weit entfernten Ufer, 390 km auf dem Rad/MTB inkl. Ca. 11500 Hm und ein Marathon zum kleinen Scheidegg mit weiteren ca. 1500hm.

Dazu habe ich neben dem Sport und Training, eine kleine Firma aufgebaut in die ich auch gerne und viel Zeit investiere.

Mit jetzt 4 Wochen Pause und genügend Erholung körperlich wie auch mental bin ich Alles in allem sehr zufrieden, dass ich ein weiteres Mal die grosse Trophyrunde finisht habe und dieses mal zu den etwas mehr als 60% gehöre die es 2017 bis ins Ziel geschafft haben. 

So langsam nimmt auch das Training wieder Form an und die Einheiten machen wieder Spass =).

Sportliche Grüsse

 

Christian  

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